Mecklenburg-Vorpommern

Demokratiebahnhof

Der Demokratiebahnhof Anklam ist ein Jugend- und Kulturzentrum, das im Jahr 2014 von jungen Menschen des Pfadfinderbundes Mecklenburg Vorpommern e.V. gegründet wurde. Neben den Angeboten des Jugendzentrums, wie der Fahrradwerkstatt oder dem offenen Jugendtreff, finden regelmäßig Kultur- und Informationsveranstaltungen im Anklamer Bahnhofsgebäude statt. Der Bahnhof ist zu einem Vernetzungs- und Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geworden, bei dem Mitbestimmung und selbstorganisiertes Engagement im Mittelpunkt stehen. Er trägt zur Entwicklung einer lebendigen Zivilgesellschaft bei und ermutigt junge Menschen, ihre Fähigkeiten im Interesse des Gemeinwohls einzubringen. Ein solcher Ort, der sich aktiv für Demokratie und Toleranz einsetzt, ist insbesondere in einem schwierigen Umfeld wie Anklam, wo rechtsextreme Strukturen verbreitet sind und mehr als 30 Prozent der Bürger AfD wählen, von besonderer Bedeutung. Das macht ihn jedoch selbst zum Ziel für Anfeindungen. Im Sommer 2017 wurde ein Brand- und Farbanschlag auf das Gebäude verübt. Davon lässt sich das Team jedoch nicht einschüchtern, sondern geht unbeirrt seiner Arbeit für eine offene und tolerante Zivilgesellschaft in Anklam nach.

Das Angebot ist vielfältig und wächst stetig: Im „Jugendzentrum Abstellgleis“ können Jugendliche ihre eigenen Ideen entwickeln und ausprobieren sowie ihren Lebensraum eigenverantwortlich gestalten. Das regelmäßige Wochenprogramm lädt zum Upcyceln, Gärtnern, gemeinsamen Kochen und Abhängen ein. Im großen Saal, dem Kulturzentrum, finden regelmäßig Vorträge, Diskussionsrunden, Film- und Musikabende statt. Auch Vereine und Initiativen aus Anklam und Umgebung können sich in den Räumen des Bahnhofs treffen. Der Demokratiebahnhof arbeitet eng mit verschiedenen Projekten zusammen, wie z.B. dem freien Bildungsträger „verquer“, dem NABU und der NAJU Greifswald. Seit September 2017 läuft mit Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ das Projekt „Demokratie(bahnhof) macht Schule“, bei dem das Jugendzentrum gemeinsam mit Anklamer Ganztagsschulen Projekte entwickelt.

„Das Projekt richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die mit dem Thema Demokratie und Toleranz vertraut gemacht werden sollen. Dies ist ein lobenswertes Engagement.”, sagt Claudia Ring, Referatsleiterin für Seniorenpolitik, freiwilliges Engagement, Heimrecht, Renten- und Unfallversicherung im Ministerium für Soziales, Integration und
Gleichstellung Mecklenburg Vorpommern und Mitglied der Landesjury Mecklenburg-Vorpommern beim Deutschen Nachbarschaftspreis 2018.



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