Sachsen

D5: Kultur- und Bürger_innenzentrum

Eine aus Schlesien vertriebene Rentnerin gibt einer geflüchteten Familie aus Afghanistan Deutschunterricht. Der katholische Pfarrer spielt beim Winterfest für geflüchtete und deutsche Kinder den Nikolaus. Ein junger Mosambikaner hilft beim wöchentlichen Stammtisch einem Punk mit Lernschwäche bei den Mathe-Hausaufgaben. Sie alle verbindet der Wunsch, Verantwortung für eine offene Gesellschaft zu übernehmen - in einer sächsischen Kleinstadt mit starker Neonazi-Szene. Den Rahmen für ihr Engagement bietet das Kultur- und Bürger_innenzentrum D5.

1999 war es eine handvoll Jugendlicher, die sich in einer unbeheizten Hinterhof-Wohnung trafen und das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. Wurzen gründeten. Sie wollten die Neonazi-Unterwanderung ihrer Kleinstadt nicht länger hinnehmen und einen geschützten Raum schaffen, in dem demokratische Ideen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden können. 2001 erwarb der Verein das historische Gebäude am Domplatz 5. 2006 eröffnete dort nach tausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden das Kultur- und BürgerInnenzentrum D5.

D5 ist ein offenes Haus mit einer Fülle von Beteiligungsformen: Nachbarn können an Veranstaltungen teilnehmen oder selbst aktiv werden und ihre Ideen umsetzen – vom Begegnungscafé mit Geflüchteten über politische Diskussionen bis hin zu generationsübergreifenden Biografie-Seminaren. Derzeit wird das Kultur- und Bürger_innenzentrum D5 zum Tagungs- und Bildungshaus mit Übernachtungsplätzen, Seminarräumen und Werkstattatelier ausgebaut.



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